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Chorgeschichte

Chronik – Kasseler Herrenchor

Der Kasseler Herrenchor besteht mit dieser Namensgebung seit dem 1. Januar 2007. Der Chor entstand aus dem ehemaligen “ Kleinen Herrenchor “ und “ Chorvereinigung 1870 Kassel-Niederzwehren“. Seit Anfang 2005 probten wir gemeinsam unter der Leitung von Adolf Rauch, dem Chorleiter des Kleinen Herrenchor und gründeten am 01.01.2006 nach elf Monaten gemeinsamen Übungsabenden und vielen Auftritten die “Chorvereinigung Kleiner Herrenchor 1870 Kassel-Niederzwehren.“. Der Namen erwies sich aber durch die Länge als unbrauchbar und führte zu dem jetzigen Namen “Kasseler Herrenchor“. Mit 34 aktiven Sängern gehört der Chor zu den größeren Kasseler Männerchören und wird von fast der gleichen Zahl passiver Mitglieder gefördert. Das Repertoire des Chors umfasst geistliches Liedgut, weltliche Chorsätze aus Musical, Opern, Operetten, sowie Volks- und Weihnachtslieder. Alljährlich findet mindestens ein öffentliches Konzert statt. Zur Tradition geworden sind Auftritte in Altersheimen und sozialen Einrichtungen. Einmal im Jahr gehen die Sänger mit ihren weiblichen Partnern auf Chorreise. Die traditionelle Weihnachtsfeier und die Wanderungen gehören ebenfalls zum festen Bestandteil des Vereinslebens.

Mit ihrer Fusion zu einem gemeinsamen Männerchor folgten beide Chöre einer langen Tradition. Immer wenn durch Tod oder Krankheit die Sangesfähigkeit den Chor in seinen Bestehen gefährdete, erwies sich ähnliches Schicksal andere Männerchöre zum Glücksfall und führte zu sinnvollen Gemeinschaften. Wie sich in der Chronik der Chorvereinigung 1870 und auch im Kleinen Herrenchor zeigt, hat der eine durch Fusion mit anderen Niederzwehrener Chöre und der andere durch Auflösung von Männerchören, immer wieder zur erneuten Sangesfähigkeit geführt.

135 Jahre Treue zum Lied ist eine lange Zeit in der Geschichte eines der ältesten Vereine in Kassel Niederzwehren. Der Männerchor fühlte sich verpflichtet die alte, ehrwürdige Tradition des Chorgesangs mit Stolz und Freude weiterzuführen.

Vorläufer der im Jahr 1870 gegründeten Männergesangverein waren die Zusammenkünfte junger Männer, die sich regelmäßig im Gasthaus „Heinrich Viehmann“ trafen. Es wurden hier alte Spinn- und Volkslieder einstimmig gesungen. Als der Lehrer Friedrich Dörr von den sangesfreudigen Burschen erfuhr, gab er die Anregung für einen mehrstimmigem Chor und so wurde am 19. Januar 1870 der Gesangverein gegründet. Im Sommer 1871 fand auf der Steinrutsche am Krappgarten das erste Sängerfest mit der Fahnenweihe statt. Im Jahr 1880 wurde ein zweiter Männergesangverein von dem damaligen Dirigenten und Bürgermeister Ludwig Massie gegründet. Der Vereinssitz war später der Fürstenhof, das heutige Korbacher Eck. Zu den beiden Vereinen, der ältere Gesangverein 1870 und der Männergesangverein Niederzwehren, kam im Jahr 1904 ein dritter Gesangverein „Eintracht“ hinzu. Er wurde in der Gaststätte „Zur Spitze“ mit dem Dirigenten Hans Ludloff gegründet.

Diese drei Vereine konnten sich, in dem damaligen Dorf Niederzwehren, mit zusammen 180 Sängern je nach ihrer Eigenart bis zum zweiten Weltkrieg entsprechend entfalten. In verblendender Dynamik folgte das Jahr 1939 mit Krieg und Zerstörung, von der damaligen Besatzungsmacht wurde jede Vereinstätigkeit untersagt und erst später wieder aufgehoben. Das bittere Jahr 1945 wirkte lähmend auf die Menschen und hatte große Lücken von Sängern in den Chören hinterlassen.

Im Frühjahr 1949 beschlossen Mitglieder aus allen drei Vereinen den Zusammenschluss zu einer Chorvereinigung 1870 Kassel – Niederzwehren, unter der musikalischen Leitung von Hans Ludloff.

Unter den beiden unvergessenen Dirigenten Ludloff und Friedel Schrader wurden fortan an zahlreichen Wertung– und Freundschaftssingen sowie an vielen Bundessängerfesten mit großen Erfolgen teilgenommen.

Im Jahr 1970 wurde der Verein mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet. Manch schöner Erfolg und viele Preise waren die Anerkennung für die Weiterentwicklung des Vereins.

1995 konnte noch das 125jährige Jubiläum gefeiert werden und die Vereinsmitglieder verpflichteten sich damals, zur Erhaltung des deutschen Liedgutes und den Traditionen ihres Gesangvereins mit überzeugendem Bekenntnis beizubehalten. Die hohe kulturelle Leistung, wie in der Vergangenheit so oft bewiesen, sollte auch weiterhin Bestand haben. Dies alles ging gut bis zum Jahr 2005. Inzwischen hatte sich die Zahl der Sänger aber stark reduziert, so dass ein öffentlicher Auftritt nicht mehr möglich war. Um die Zukunft des Chors zu erhalten, wurden Gespräche mit dem Kleinen Herrenchor Kassel geführt, mit der Zielsetzung eine Sänger Gemeinschaft zu gründen.

Die Entstehung des Kleinen Herrenchors ist durchaus eine typische deutsche Nachkriegsgeschichte, so jedenfalls aus der Sicht des Chronisten. Den Chor des anfänglich lockeren Häufleins von stimmlich begabten Sängern kann man durchaus in die Hände von Kurt Klaus ( Jahrgang 1908 ) legen.

Mit seinen früheren Gesanglehrer und Freund Georg Otto Kahse, bis zu seinem Tod 1958 auch der erste Chorleiter des Kleinen Herrenchors, versammelte er eine kleine Truppe sangesfreudiger Männer um sich. In der Gründungsversammlung im Jahre 1949, sie fand im Lokal Wilhelm Luck ” Zum Dörnbergeck “ statt, wurde Kurt Klaus zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Bei einer Jubiläumsveranstaltung des Hess. Wald – und Gebirgsverein in der Stadthalle begann der erste öffentliche Auftritt des Chors. Der Klangkörper umfasste damals 16 Sänger wobei 4 Sänger der Kasseler Liedertafel sich bereit fanden, den Chor stimmig aufzufüllen. Der Chor sang erstmalig in jeder Stimme mit 4 Sänger, was wahrscheinlich auch im nach hinein, die Namensgebung KLEINER HERRENCHOR mit beeinflusste.

Am 3. Mai 1952 um 20 Uhr fand im Vereinslokal die erste Jahreshauptversammlung mit 11 Mitgliedern ( 2 waren entschuldigt ) statt. Aus einem Verein ohne Namen, ein Kreis froher Sänger und guter Freunde, wurde der Vereinsname KLEINER HERRENCHOR kreiert. Der Verein trat dem MSB und DSB bei. Was nirgends wo schriftlich festgehalten wurde aber nach dem Willen der Gründer als Anspruch eines modernen Männerchor gesehen wurde, sollte der Chor nicht mehr als 16 aktive Sänger umfassen. Daher auch “Kleiner Herrenchor Kassel”. Dieser Anspruch ließ sich bei der sehr stark eingebunden beruflichen Arbeit der Sänger auf Dauer nicht einhalten. Herbe Rückschläge durch Todesfälle in den fünfziger und Anfang der sechziger Jahre ( 1958 verstarb Georg Otto Kahse ) und von Kurt Fülling mit 36 Jahren und ein Jahr später 1962 starb Willi Dittmar im Alter von 31 Jahren, brachten den Chor, der vorher gut besetzt war in arge Bedrängnis.

1980 kamen 10 Sänger mit ihrem Chorleiter Luis Besser von der Kasseler Quartettvereinigung 1919 mit zum Kleinen Herrenchor und 1985 mit dem Ende des Männergesangsverein Frohsinn 1893 weitere 6 Sänger. Für den Kleinen Herrenchor Kassel ein Glücksfall, der den Fortbestand des Chors garantierte.

Das Selbstverständnis des Vereins war mehr oder weniger nach innen gerichtet, guter Gesang und Geselligkeit, Harmonie und familiäre Atmosphäre und nicht den Drang nach großen Auftritten, prägten die Gemeinschaft. Seit 1949 leiteten bis zur Fusion 2006 fünf Chorleiter den Verein. Otto Kahse von 1949 – 1958, nach seinem Tod für kurze Zeit Rolf Milic. Ihm folgte 1961 Walter Kuchenbuch, mit einer Chorleitertätigkeit von 22 Jahren nach Beendigung seiner Chorleitertätigkeit Wurde er zum 1. Ehrenchorleiter des Vereins ernannt. Nachfolger wurde Fritz Hild der 1988 verstarb.

Adolf Rauch der 1952 mit 24 Jahren dem Kleinen Herrenchor beitrat und im 1. Tenor sang, übernahm danach die musikalischen Leitung, die er bis April 2006 inne hatte. Für seine Verdienste nicht nur für seine Chorleitertätigkeit, sondern auch für seine verschiedenen Führungspositionen im Verein, verlieh ihm der inzwischen fusionierte Verein bei seinem Abschiedskonzert in der Eon, die Auszeichnung des Ehrenchorleiters.

Der Kleine Herrenchor, dessen Mitglieder in ganz Kassel und im Umfeld der Stadt wohnten, verstand sich immer als ein Kasseler Chor, was sich auch in seinen wechselnden Vereinslokalen wieder spiegelte, wie z.B. in der Gaststätte: “Zum Dörnbergeck”, “Zum Auestadion”, “Haus Rheineck”, “Bürgerschenke Wehlheiden” und bis zur Vereinigung in der Jugendherberge Kassel.

Fortsetzung folgt…